About

a_Hauptbild (Justin in der U-Bahn)

Foto: Sebastian Klatt

“The Mainstream comes to you, but you have to go to the Underground.” (Frank Zappa) – Und wir stellen sicher, dass der Untergrund nun auch zu Ihnen kommt!

Die Berliner Performance Gruppe “Drifting Underground” um Autorin und Regisseurin Maria Jamborsky produziert eigenwillige Theaterexperimente und Performance Installationen, Aktionskunst-Spektakel sowie Dada-inspirierte Exkursionen im Stadtraum. Über die Jahre hat sich ein wachsender Pool an Akteur*innen gebildet, von denen einige untenstehend in Einzelporträts vorgestellt werden.

Die zum Teil recht hybriden Projekte von Drifting Underground bewegen sich an den Schnittstellen von Theater, Kunstsphäre & (Nacht-)Leben und weisen häufig eine partizipatorische Ausdrucksdimension auf. Brechts Appell, im Theater “mehr guten Sport” zu praktizieren, wird ebenso ernst genommen, wie John Cleeses Diktum “If you want creative workers, give them enough time to play.” Drifting Underground Produktionen setzen auf Boxkampf und Ballyhoo, Pappkulisse und Pickelhering, Eigensinn und Extempore, Underdog-Ästhetik und Unsinnspoesie. Im Zentrum stehen bei allem karnevalesken Freidrehen zeitgeist- und gesellschaftskritische Texte, die sich u.a. auch mit William Burroughs provokanter These, Künstler*innen seien die “echten Architekten des Wandels” auseinandersetzen.

Themen / Inhaltliches

Der Name “Drifting Underground” verweist zunächst auf die Welthauptstadt der Zwischennutzungen und subkulturellen Projektbastler. “Berlin’s underground culture, that’s the appeal — that’s why the stars want to come here, and that’s why people keep coming back.” Dass die imagepolitische Aneignung bestimmter Bohème-Mythen prekären Produktionsverhältnissen Glamour verleiht und dissidente Potenziale sich in tragikomischer Komplizenschaft verstricken, wird in fast allen Drifting Underground Produktionen verhandelt.

Thematische Schwerpunkte sind daher die denkwürdige (Neu-)Codierung der Künstler-Persona zur hyperkapitalistischen Leitfigur, das “Driften” als freiwillig-unfreiwillige Lebensform in einer turbobeschleunigten Multioptionswelt sowie die möglichen Nebenwirkungen von Performanzexplosion und kreativem Imperativ.

Kann und sollte Kunst noch irgendwelche Standorte jenseits von Creative Awards, Förderrichtlinien und Effizienzrausch reklamieren? Drifting Underground will das störrisch weiter behaupten, und dabei doch der eigenen ambivalenten Position zwischen nostalgisch-romantisierendem Hungerkünstler-Pathos und zeitgemäßer Selbstverwertungsbereitschaft bewusst bleiben. Beleuchtet wird die alte Sehnsucht nach einer umfassenden Lebenskunst, die sich unter einem neuartigen Mobilitäts-, Konformitäts- und Flexibilisierungsdruck entsprechend neu zu artikulieren versucht.

Ästhetik

Drifting Underground assoziiert sich v.a. mit nomadischen Performanceformen von Jahrmarktstheater bis urbane Intervention. Ob Kneipen-Soirée, site-spezifisches Spektakel oder Guerrilla-Freiluft-Aktion: der ständige Wechsel der Aufführungsorte hat eine programmatische Dimension. Das Prinzip des „Driftens“ kommt häufig auch in einzelnen Produktionen selbst zum Tragen, z. B. als Stationen-Theater.

Inspiriert von den Stilmitteln und der Optik anachronistischer Theater- und Unterhaltungsformate wie Vaudeville, Music Hall und Kabarett (zu denen die „Tingeltangel-Bohème“ von jeher eine hohe Affinität aufwies), schöpfen Drifting Underground Produktionen zugleich aus den vielgestaltigen Formenrepertoires des Gegenwarts-Theaters. Bevorzugt eingesetzte Verfahren sind hier vor allem “epischer” Selbstkommentar und szenische Collage sowie die Kalkulierung diverser “Wirklichkeitseinbrüche”. Übergreifend wird zudem mit seriellen Formaten und Strukturen experimentiert.

 mirror myself  Maria Jamborsky – Gründerin und Künstlerische Leiterin von “Drifting Underground”, Autorin und Regisseurin

Studium der Literatur-, Theater- und Kulturwissenschaft (Freie Universität Berlin) Abschluss als M.A. (2004).
Seitdem als frei schaffende Autorin, Regisseurin, Sängerin & Performerin tätig.
Gründung und Leitung der Performance Gruppe: „Drifting Underground“, jeweils Konzept, Text und Inszenierung der Drifting Underground Produktionen. Theaterprojekte u.a. am Ballhaus Ost, BAT-Studiotheater der HfS “Ernst Busch”, Theater Münster und am Schauspiel Leipzig. Seit 2001 diverse Projekte als Sängerin und Performerin (Chanson, Kabarett, Vaudeville Blues) u.a. Produktionen an der Studiobühne Mitte, Theater der UdK Berlin. 2012 Engagement an der Neuköllner Oper. 2012 erste Einzelausstellung VRK Galerie („Porträts & Theaterprojekte“)

Crew & Companions

Rodrigo Umseher

Schauspieler, Puppenspieler

Foto: Milena Möbius

Sebastian Zimmler

Schauspieler

Katja Götz

Schauspielerin

Heiko Fischer

Schauspieler

Robert Rating

Performer und Musiker

Bernhard Lütke

Performer und Soundkünstler

Angi Mandolini

Performerin

Foto: Alexander Hörbe

Florian Steffens

Schauspieler

David Ennio Minor

Darsteller, Tänzer

Foto: Juan Cordido

Flocko Motion

Musiker

Kyla Kegler

Masken

Justin Beard

Schauspieler